Hafer
gegen Winterdepressionen
Rüsten Sie sich, statt sich zu entrüsten
Hafer wirkt wärmend und anfeuernd. Eine wärmende Zwischenmahlzeit nachmittags rüstet die Gemüter gegen die Winterkälte und wirkt wärmender als Zitrusfrüchte, welche in südlichen Regionen an der Sonne reifen und dort wie hier eher erfrischen. Mit Hafer kann auf der Befindensebene eine Euphorie oder auch ein Streit ausgelöst werden, jedenfalls stärkt er Abwehrkräfte und gezieltes Denken. Beide Arten von Reaktionen zeigen neben der Stärkung der Willenskraft (der Pferdestärke) eine begeisternde Wirkung, eine Wirkung auf den Geist.
Saat-Hafer oder Echter Hafer (Avena sativa) ist ein Getreide aus der Gattung Hafer (Avena) innerhalb der Familie der Süssgräser (Poaceae). Hafer wird in den kühleren oder gemässigten Zonen angebaut.

- Ursprungs- (rot) und Anbaugebiete (grün) von Hafer
Die Geschichte
Nach Wikipedia: Ernährungsphysiologisch ist Hafer eine hochwertige Getreideart. Nach dem Entspelzen, Schälen und Darren dienen die Körner in gewalzter Form als Haferflocken für die menschliche Ernährung. Haferflocken können roh oder gekocht verzehrt werden. Weiterhin lassen sich aus ihnen Hafergrütze, Hafermehl und Whiskey herstellen, im Mittelalter war Haferbier ein beliebtes Getränk. In der Schon- und Diätkost werden mit Hafer verschiedene Beschwerden behandelt. Der überwiegende Anteil der Haferproduktion wird jedoch an Pferde, Rinder oder Geflügel verfüttert. Der hohe Rohfaseranteil macht die Körner für die Verfütterung an Schweine ungeeignet.
Wirkung nach BoE-Kochbuch
Lebensmittel
Haferflocken
|
Mineralstoffe Zink, Phosphor |
Vitamine
Pantothensäure, Vit.B1
|
Aminosäuren Leucin, Threonin |
Fette keine |
Wirkung
+++
sehr anregend
|
Wärmend wirken der Mineralstoff Zink, die Vitamine Pantothensäure und Thiamin sowie die Aminosäuren Leucin und Threonin.
Wie in allen ausgereiften Samen wirkt das Vitamin B1 anregend.
Die Pantothensäure ist hitze- und säureempfindlich, weshalb das sorgfältige, schonende Erwärmen wichtig ist und Zitrusfrüchte, gleichzeitig eingenommen, die Wirkung verhindern.
Die Aminosäure Leucin wirkt wie ein Strohfeuer, auch austrocknend auf die Schleimhäute, und erhöht den Bedarf an Niacin.
Schon Pestalozzi hat Folgendes beobachtet: "Das Einerlei aus dem Haferbrei macht den Kindern diesen trockenen Husten."
Hafer wirkt anregend wie Kaffee und kann wie dieser zu einer Überreaktion führen, wenn im falschen Moment zu viel davon gegessen wird. Ein Ausgleich mit entsprechenden Lebensmitteln macht den Hafer (oder den Haferesser) erst verträglich.
Falls Magenschmerzen, Sehnenscheidenentzündung, Blähungen oder allzu hitzige Situationen auftreten, falls Kinder den Hafer vehement ablehnen, kommen als Gegenspieler vor allem grüne Blätter (Folsäure, verstärkt durch Vit.C), Fisch, Avocados, Champignons (Niacin) und Gemüsemais (Vit.B2) in Frage.
Ein Sauerstoffsalat ist als Gegenmittel hilfreich, auch Reis mit Fenchelgemüse als nächste Mahlzeit oder etwas Sauerkirschensaft mit Zitronensaft.
Rahm (Niacin) ist wichtig als Ausgleich, auch einige wenige Sauerkirschen, zur Not einige Bananenscheiben. Durch die Kobaltwirkung der Sauerkirsche wird die Niacinbildung angeregt.
Folgende besondere Zubereitungsart wurde von H. Tönnies zu therapeutischen Zwecken entwickelt und ist bei beginnender Erkältung, bei Blasenschwäche, bei kalten Händen und Füssen sehr hilfreich:
Pro Person
1–4 EL Wasser mit Rahm
1–4 EL Haferflocken, feine Qualität, wenn möglich einige Zeit einweichen. Mit
1 Prise Salz in einem Topf auf höchstens 37 °C erwärmen. Mit dem sauberen Finger umgerührt wird es sicher nicht zu heiss. Ca. 10 Min. quellen lassen, anrichten mit
wenig Cacaomischung (Rezept s. unten) und
2–8 Sauerkirschen, ohne Saft, und evtl. wenige
Bananenrädli darüberverteilen.
Cacaomischung:
1 EL Zucker
4 EL Cacao und 1 KL Zimt mischen, aufbewahren und jeweils wenig davon über das Gericht geben.
Varianten: Mit frischer Milch, mit Wasser verdünnt, enthält das Gericht Eiweiss (Lysin/Methionin) und ist eher am frühen Nachmittag geeignet.
Als festliches Zvieri für gesunde Kinder ausnahmsweise eine Kugel Vanilleglace und Schlagrahm auf die abgekühlten Haferflocken geben, Cacaomischung, Schoggistreusel und Kirschen darauf verteilen.
Die beste Zeit für diese sehr wärmende Zwischenmahlzeit liegt in der Blasenzeit oder eher abends, nicht morgens, da Hafer die Kalzium- und Eisenaufnahme verhindert und durch den hohen Anteil an Kohlenhydraten eine Hypoglykämie (Unterzucker) in der Pankreaszeit begünstigt.
Der Hafer enthält auch Phytinsäure, einen natürlichen Pflanzenschutz (Frassgift) in reifen Samen, der die Lebensmittelmotten (und die Kinder) abschreckt. In heiss gewalzten Haferflocken lässt sich auch durch Einweichen nichts mehr ändern. Dadurch sind Haferflocken haltbarer, aber nicht für alle Menschen, nicht zu jeder Tageszeit und vor allem nicht in einem regelmässigen Übermass (s. Pestalozzi) verträglich.

