Rohmilch
Durch Erhitzen wird die Eiweisszusammensetzung verändert
Die WHO empfiehlt, Rohmilch vor Gebrauch abzukochen, um allfällige Bakterien abzutöten.
Kuhmilch
Rohe Kuhmilch enthält die Aminosäuren Lysin und Tryptophan, welche hitzeempfindlich und nicht lagerfähig sind.
Durch Erhitzen wird die Eiweisszusammensetzung verändert.
Die
Aminosäuren Tryptophan und Lysin sind nicht hitzebeständig und nur
bedingt lagerfähig. Im dazu Gegensatz ist die Aminosäure Methionin
bedeutend haltbarere als die Gegenspieler Lysin und Tryptophan und
wirkt daher im Milchpulver stärker als in frischer Milch.
Die
Muttermilch enthält wesentlich mehr Tryptophan und Lysin im Verhältnis
zu Methionin als die frische Kuhmilch.
Mit den heutigen Hygienevorschriften ist eine Infektion durch frische, gut kontrollierte Milch weniger wahrscheinlicher als durch andere Situationen.
Viren, Bakterien und Pilze können von der Magensäure wie andere Eiweisszellen aufgespaltet (verdaut) und damit unwirksam gemacht werden, wenn diese stark genug ist.
Krankheiten wie Bang und Tuberkulose sind nicht mehr so aktuell wie früher und wären nota bene mit einer gut ausgebauten Notfallmedizin zur Not auch heilbar.
Dennoch sind die Empfehlungen restriktiver als früher.
Im Jahre 1975 wurde in Mütterberatungszentren und
für Kleinkindererzieherinnen das Milchschoppenkochen noch gelehrt und
mit gutem Erfolg auch bei jungen Säuglingen angewendet.
Heute ist es nicht mehr erlaubt, Mütter zu lehren, wie man einen Schoppen selber zubereitet.
Im Jahre 1980 bezahlte das Säuglingsspital noch nahmhafte Beträge für Muttermilch (Ammenmilch) für Neugeborene, auch das ist vorbei.
Mehr als die Hälfte der Kinder reagieren heute auf Kuhmilch empfindlich bis allergisch, was vermutlich zu einem nicht unerheblichen Teil auf die Milchverarbeitung zurückzuführen ist, da die meisten Kinder auf rohe Kuhmilch in Demeter-Qualität gesund reagieren.
Die Milch wird entrahmt oder homogenisiert, pasteurisiert, uperisiert, pulverisiert, transportiert und nicht zuletzt auch adaptiert.
Homogenisieren heisst, das Milchfett wird durch eine Zentrifuge so fein zerteilt, dass es nicht mehr aufrahmt. Nach der Parsifal-Studie gilt gerade dieses Homogenisieren als erheblicher Grund für die Unverträglichkeit gegenüber Kuhmilch.
Nach Hinweisen aus der Geisteswissenschaft (Rudolf Steiners) ist das Horn das Wesentliche an der Kuh. Die Milch von enthornten Kühen weist demzufolge nicht mehr dieselben Lebenskräfte auf. Es könnte durchaus sein, dass auch die moderne Tierhaltung zur Unverträglichkeit beiträgt.
Demetermilch stammt von vollständigen Kühen und wird nicht homogenisiert, sondern für den Verkauf in Reformhäusern und Bioläden lediglich schonend pasteurisiert.
Die unverträglichkeit gegenüber Kuhmilch (Neurodermitis) entsteht nach wissenschaftlichen Erkenntnissen durch eine allergische Reaktion gegenüber der Aminosäure Methionin.
Diese Erkenntnisse wurden durch H. Tönnies erforscht und haben sich seither in der Praxis oftmals bestätigt.
Milch ist die Nahrung der Kälber, unverdünnt wirkt sie für ein Menschenkind zu stark. Es geht nicht darum, das Trinken von Vollmilch mit Ovomaltine zu propagieren.
Die weniger starke Veränderung
durch Pasteurisieren ist noch vertretbar. UHT-Milch und Milchpulver
haben jedoch mit frischer Kuhmilch nicht mehr viele Gemeinsamkeiten.
Die Kälber vertragen es auch nicht.
Die WHO empfiehlt, Rohmilch vor Gebrauch abzukochen, um allfällige Bakterien abzutöten.
Der Verdacht liegt nahe, dass die Empfehlungen der WHO auch, wenn nicht vor allem, wirschaftliche Interessen schützen.
So bleibt es die Aufgabe des Einzelnen abzuwägen, ob ein Verlust an Aminosäuren oder eine Infektionsgefahr in Kauf genommen werden soll.

