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Kochsalz

Im Januar 2010, Natrium ist wichtig für die Anpassung der Körpertemperatur

Kochsalz

Bild von Eveline Rothenbühler

Die Wirkung von Kochsalz

Kochsalz wirkt aktivierend. Es fördert vor allem die Entscheidungsfähigkeit, das unabhängige Denken, die Verdauungskraft.
Der Bedarf erhöht sich bei extremen Temperaturen (Kälte, Hitze), wenn die Nase läuft oder durch starkes Schwitzen.

Natrium ist wichtig für die Wärmebildung, Anpassung der Körpertemperatur an die Umwelt und auch für die Infektabwehr.

Das Kochsalz, Meersalz, Steinsalz ergänzt die pflanzliche Nahrung und ist für die Verdauung wichtig, nicht nur für den Geschmack. Umgekehrt braucht es pflanzliche Nahrung (Kalium) als Gegenspieler zum Kochsalz. Es würde niemandem einfallen, sich von Meerwasser oder Himalayasalz alleine ernähren zu wollen. Salz wird gefährlich, wenn kein Gemüse gegessen wird.

Mittelbild Schüssler Nr. 8, Natrium chloratum

Ein Zuviel wie auch ein Zuwenig von einem Wirkstoff verursacht oft sehr ähnliche Symptome, oder anders ausgedrückt, Mangel und Überschuss führen zum selben Mittelbild.
Natrium chloratum ist potenziertes Kochsalz und hilft, die Zellmembranen für Kochsalzionen wieder durchlässig zu machen, wenn sie sich aus irgendeinem Grunde verschlossen haben.

Himalayasalz
Brocken
Die Qualität

Die Qualität von Kochsalz ist sehr unterschiedlich und die beigemischten, z.T. sehr bedenklichen Zusätze auch.

Evolution

Die meisten Mineralstoffe ausser dem Kochsalz können vom menschlichen Organismus nicht direkt in ihrer ursprünglichen Form aus dem Erdreich aufgenommen werden, sondern werden (bestenfalls) durch Pflanzen bioverfügbar gemacht.

Geschichte

Es wurden Salzkriege geführt und das "Salär" in Salz ausbezahlt. Warum das Kochsalz heute als gefährlich eingestuft wird, ist wissenschaftlich kaum nachvollziehbar. Vermutlich könnte der Ursprung der Verunglimpfung von Kochsalz eher im politischen als im wissenschaftlichen Umfeld gefunden werden. Es wäre denkbar, dass eine männlich dominierte Gesellschaft die Beurteilung von "gesund oder ungesund" vom Gesichtspunkt her beurteilt, ob bestehende Machtstrukturen geschützt oder gefährdet werden.

Man stelle sich nur einmal die Frage: Wem dient eine entscheidungsfähige Menschheit?

Die richtige Meinung lässt sich nicht dauernd unterdrücken und manchmal muss man erst etwas vermissen, um es zu schätzen.

Davon erzählt dieses süddeutsche Volksmärchen

So lieb wie das Salz

Es war einmal ein König. Er hatte drei Töchter; die liebten ihren Vater sehr. Als sie eines Abends miteinander am Kamin sassen, fragte der König: „Welche von euch dreien hat mich denn am liebsten?“

Da sagte die Älteste: „Ich habe dich so gern wie einen Edelstein.“ − „Und ich wie eine Perle“, sagte die zweite. „Und du, mein Kind?“ fragte der König seine Jüngste, die Rose hiess. „Ich habe dich so gern wie das Salz“, gab sie zur Antwort.

Der König meinte, seine jüngste Tochter achte ihn gering, und wurde darüber sehr zornig. Er rief zwei seiner vertrauten Knechte und befahl ihnen, das Mädchen in den Wald zu führen und zu töten. Die Knechte taten, wie ihnen befohlen, und nahmen das Mädchen mit in den tiefen Wald hinaus. Als sie in einer Wildnis anlangten, wo ihnen niemand mehr auf die Spur kommen konnte, sagten sie zu Rose: „Nun musst du sterben. Dein Vater, den du schwer beleidigt hast, will es so haben, und des Königs Wille muss geschehen!“ Da weinte das arme Kind bittere Tränen und flehte die beiden Knechte an, ihm doch das Leben zu schenken. Die Knechte hatten Rose immer sehr gern gehabt, zeigten Mitleid mit ihr und berieten, was sie tun sollten. Rose musste ihnen versprechen, sich nie mehr im Lande sehen zu lassen, damit der König glaube, sie sei wirklich getötet worden. Darauf liessen sie das Mädchen frei und kehrten an den Königshof zurück.

Die Königstochter irrte lange im Wald umher und lief weiter und immer weiter, bis sie endlich in ein fremdes Land kam. Sie fragte überall um Arbeit nach, fand aber nirgends ein Unterkommen. „Wir brauchen niemand“, sagten die Leute und schickten sie von einem Ort zum andern. Weil sie so lange unterwegs gewesen war, waren ihre Kleider allmählich zerschlissen und schmutzig geworden, und manche hatten sie daher für ein entlaufenes Zigeunerkind gehalten. „Geh ins Schloss hinauf“, sagte eine Bauernfrau zu ihr, „dort wohnt eine alte Königin, die hat ab und zu schon so ein Mädchen aufgenommen.“

Da ging sie ins Schloss und fragte, ob man nicht eine Küchenmagd brauche; sie wolle gerne die niedrigsten Arbeiten verrichten. Die alte Königin gab schliesslich ihren Bitten nach und nahm sie auf. Die Königstochter musste jeden Tag Feuerholz und Wasser für die Küche herbeitragen, die Gartenbeete umhacken, Unkraut jäten und morgens und abends die vielen Blumen giessen. Weil sie so fleissig war, hatte die alte Königin sie gern, war freundlich zu ihr und schenkte ihr ordentliche Kleider. Nun sah Rose wieder recht hübsch aus. Eines Tages kam ein junger Prinz, der Enkel der Königin, dessen Vater in einem andern Land König war, zu Besuch. Die Grossmutter führte ihn auch durch ihren schönen Garten, wo die fremde Königstochter gerade die Blumen begoss. Sie gefiel dem Prinzen auf den ersten Blick. „Wie heisst die schöne Gärtnerin?“ fragte er. „Rose“, antwortete die alte Königin. Als sie abends noch einmal im Garten spazieren gingen, wo die Königstochter im einfachen Magdkleide wieder die vielen Blumen begoss, fragte die Grossmutter den Prinzen: „Welche Blume in meinem Garten gefällt dir am besten?“ − „Die Rose, die durch den Garten geht und die Blumen begiesst!“ antwortete der Prinz. Da sah ihn die alte Königin ganz erstaunt an und sagte: „Schlage dir diesen Gedanken aus dem Sinn! Weiss ich doch nicht einmal, woher das Mädchen kommt und wer seine Eltern sind.“ Der Prinz erwiderte nichts darauf; sooft aber das Mädchen in den Garten ging und die Blumen goss, war er da, trat zu ihm heran und unterhielt sich lange mit ihm. Die Königin befürchtete, aus der Sache könnte Ernst werden; darum wollte sie vorbeugen und schickte den jungen Prinzen zu seinem Vater zurück.

Daheim ging der Prinz traurig und schweigsam umher, hatte an nichts mehr Freude und verzehrte sich fast vor Sehnsucht nach der schönen Rose. Da schickte ihn sein Vater wieder zur Grossmutter, damit er sich bei ihr erhole und seine alte Fröhlichkeit wiedererlange. Die Grossmutter nahm ihn herzlich auf, und weil sie sah, wie sehr der Prinz an dem Mädchen hing, das sie selber inzwischen auch immer lieber gewonnen hatte, liess sie die beiden gewähren.

Eines Tages sassen sie zusammen auf einer Bank im Garten, und der Prinz fragte das Mädchen, wie seine Eltern hiessen und wie es hierher aufs Schloss gekommen sei. Da erzählte ihm Rose, sie sei eine Königstochter und aus ihres Vaters Reich geflohen, weil er sie habe umbringen lassen wollen; und dies nur, weil sie erklärt hatte, sie habe ihn so lieb wie das Salz. Der Prinz bedauerte sehr, dass ihr so grosses Leid und Unrecht widerfahren war. „Tröste dich, mein Liebes“, sagte er, „ich will alles wiedergutmachen, wenn du meine Gemahlin geworden bist.“ Am anderen Morgen sandte er einen Boten zu seinem Vater, der diesem die baldige Ankunft des Brautpaares melden musste.

Mit Freuden wurden die beiden im Schlosse empfangen und gleich alle Vorbereitungen zur Hochzeit getroffen. Viele Gäste aus nah und fern erhielten eine Einladung zur Hochzeitsfeier, und auch Roses Vater wurde herzlich eingeladen. Er wusste aber nicht, wer die Braut war. Zu seiner Begrüssung wurde ein reiches Abendessen veranstaltet. Die Tafel war herrlich gedeckt; die seltensten Speisen wurden aufgetragen − doch alle waren ohne Salz zubereitet. Als man nun bei Tische sass, legte der alte König nach wenigen Bissen Messer und Gabel beiseite, stützte den Kopf in die Hand und sann nachdenklich vor sich hin. „Was ist Euch, Herr?“ fragte ihn der Prinz. „Schmeckt Euch das Essen nicht?“ − „Nein, verzeiht mir. Das Salz fehlt, und ohne Salz schmeckt selbst die beste Speise nicht.“ − „Warum aber sinnt Ihr so traurig vor Euch hin?“ − „Weil ich erkennen musste, was für ein grosses Unrecht ich einstens begangen habe. Ich will Euch mein Herz ausschütten, Prinz: Ich hatte drei Töchter und fragte sie eines Tages, wie lieb sie mich hätten. Da antwortete die älteste: ‚Wie einen Edelstein‘, die zweite: ‚Wie eine Perle‘ meine jüngste aber sagte: ‚So lieb wie das Salz‘. Darüber ärgerte ich mich so sehr, dass ich sie durch zwei Knechte im Walde töten liess. Ich bereue meine böse Tat von Herzen, doch alle Reue kommt zu spät!“ Er hob die Hand über die Augen, um seine Tränen zu verbergen.

Da ging die Saaltüre auf, und die Braut im schönsten Hochzeitsschmuck trat herein. Der König erkannte seine jüngste Tochter auf den ersten Blick, brachte aber vor Rührung kein Wort über die Lippen. „Vater! Lieber Vater!“ rief Rose voller Freude, lief ihm entgegen, schlang ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn. Noch nie war eine glücklichere und fröhlichere Hochzeit gefeiert worden, und wenn die beiden jungen Königskinder nicht gestorben sind, dann leben sie heute noch.

Quelle: Lesebuch Ausgabe A/B für Gymnasien und Realschulen in Baden-Württemberg und Bayern, 5. Schuljahr, hg. Siegfried Hein u. a. (Stuttgart: Ernst Klett Verlag, 1984), S. 179−181.

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