Direkt zum InhaltDirekt zur Navigation

Navigation

Wirkung der Walnuss

Publiziert: 08.02.2014
Die Walnüsse haben eine ähnliche Wirkung wie Haselnüsse. Wir finden sowohl anregende wie auch regenerierende Wirkstoffe, wobei die anregende Wirkung von SCHWEFEL und Phosphor bei trocken gelagerten Nüssen bei Weitem überwiegt.

Wirkung von Walnüsse/Baumnüsse nach BoE

Tendenz: sehr anregend 

Mineralstoffe: Schwefel, Phosphor
Vitamine: Vit.B1, (die Vit.E-Wirkung wird erst beim Einweichen aktiviert)
Aminosäuren: Arginin, Histidin

Das feine Zusammenwirken der Inhaltsstoffe macht die Wirkung eines Lebensmittels aus. Das Verhältnis von Gegenspielern und Synergisten in einem Lebensmittel und im Gericht sowie die Kombination mit anderen Lebensmitteln zu einer Mahlzeit sind ausschlaggebend für die therapeutische Wirkung.

BoE Erkenntnisse zur Wirkung der Walsnuss

Die Walnüsse haben eine ähnliche Wirkung wie Haselnüsse. Wir finden sowohl anregende wie auch regenerierende Wirkstoffe, wobei die anregende Wirkung von SCHWEFEL und Phosphor bei trocken gelagerten Nüssen bei Weitem überwiegt.

In den Wirkstoff-Familien können die Walnüsse im roten Bereich (aktivierend) bei Schwefel und Vit.B1, bei Phosphor, vermutlich auch bei Zink und Pantothensäure und Leucin und im grünen Bereich (regenerierend) bei Vit.E und Arginin zugeordnet werden.
Eine therapeutische Wirkung der Inhaltstoffe Calcium, Eisen, Magnesium, Kalium, Vit.A, Niacin und Vit.C lässt sich kaum feststellen, das Vit.B2 ist nur in ganz frischen und das Vit.E nur in eingeweichten Nüssen wirksam.

Allgemeine Regel: Alle reifen Samen haben eine gute Vit.B1-Wirkung.
Die Vit.E-Wirkung wird nach meiner Beobachtung, vor allem bei Menschen mit sensibler Verdauung, erst mit dem Einweichen der Samen aktiviert, wenn der natürliche Keimschutz (Phytinsäure) durch das passende, durch Wasser aktivierte Enzym abgebaut wurde. Aus diesem Grund wurde das (E) in der Liste in Klammern gesetzt und gilt nur bei entsprechender Zubereitungsart.
Die Wirkung der Samen wechselt bei der Keimung, bei der Vorbereitung zum Wachsen, beim Übergang aus der konzentrierten Form der Samen zur expansiven Form der Pflanzen, von aktivierend nach regenerierend (in der Liste von rot nach grün).
Keimlinge haben eine gute Vit.E-Wirkung, dagegen eine geringere Vit.B1-Wirkung und wirken daher eher wie Gemüse oder Grünzeug regenerierend.

Samen sind entweder haltbar oder verdaubar
Sobald der Keimschutz zuerst durch Einweichen abgebaut und dann der Keimprozess durch Trocknen und Erwärmen (sorgfältiges Rösten) wieder unterbrochen wurde, sind Nüsse besser geniessbar (darmverträglich), aber nicht mehr lange haltbar, sie werden dann relativ schnell ranzig. Dieses Problem kennt die Lebensmittelindustrie und schützt die Lebensmittel mit sog. E-Mitteln oder durch Bestrahlung.

Es gibt grosse Unterschiede in der Wirkung. Ob die Walnüsse frisch vom Baum gegessen werden, ob sie trocken gelagert wurden, ob sie wieder eingeweicht werden, ob sie gekauft oder selber gesammelt wurden ist nicht einerlei.

Die BoE empfiehlt, Nüsse in Demeter- oder Bioqualität möglichst in der Schale trocken und dunkel zu lagern und für den Gebrauch jeweils nur so viele Nüsse einzuweichen und nach ca. 6 bis 10 Stunden wieder zu trocknen, wie für den geplanten Brownies- oder Kuchenteig benötigt werden oder wie in ca. 7 Tagen aufgegessen werden können.

Viele Rückmeldungen bestätigen, dass die unangenehme Reaktion der Mundschleimhaut ausbleibt, wenn Walnüsse eingeweicht und wieder getrocknet werden. 
Eingeweichte Nüsse sind auch abends verträglicher, d.h., sie scheinen die Darmschleimhaut und die Leberfunktionen weniger zu belasten.

Das Vit.E wirkt in eingeweichten Walnüssen nicht so kreislaufsenkend wie in Nahrungsergänzungsmitteln, da Wallnüsse als Lebensmittel auch die entsprechende Menge Kohlenhydrate, essenzielle Fettsäuren und Mineralstoffe enthalten, welche die Leber ausser dem Vit.E zur Engergiespeicherung benötigt und als Gegenspieler das anregende Vit.B1.

Fettige Nüsse sind reich an essenziellen Fettsäuren. Das Walnussöl wirkt durch seinen Schwefelgehalt eher anregend. Fett bewirkt im Magen eine Verzögerung des Kohlenhydratabbaus und hält so den Blutzuckerspiegel konstant.

Als Zwischenverpflegung sorgen Nüsse dank ihrem natürlichen Anteil an Fett bei entsprechender Menge anhaltender für eine Sättigung als reine Kohlenhydrate wie Getreide und Früchte und sind daher bei Neigung zu Unterzuckerung vorteilhaft, in kleinen Mengen sogar zur Gewichtsreduktion.

In der Walnuss wirkt vor allem der Schwefel
Eine Kombination mit Randen/rote Beete (Kupfer) oder mit Selleriesalat (Selen) oder mit Buchweizen (Molybdän, Fluor) ist daher nicht nur geschmacklich gut, sondern verbessert auch die Verträglichkeit dieser Lebensmittel. Diese Gegenspieler machen ein Gericht zum Genuss.

Durch eine Kombination von Nüssen mit Kakao (Schokolade) wird die Manganwirkung im Cacao unterstützt, die Bauchspeicheldrüse gestärkt, Kakao und Nüsse werden dadurch verträglicher.

Weisser Reis oder Gerste wirken durch Zugabe von eingeweichten Walnüssen etwas anregender, denn wenig Schwefel verbessert, viel Schwefel verhindert die Wirkung von Vit.B1 in Getreide.

Besonders zur Gerste mit ihrem hohen Selen-Gehalt wirken Walnüsse ausgleichend.

Weniger geeignet sind Baumnüsse zu Polenta, zu Hirse, in einer Kombination mit Rucolasalat, mit Ei oder Käse (Schwefel), da wären Mandeln günstiger.

Dörrpflaumen (Vit.B2) gefüllt mit Walnüssen (Vit.B1-Wirkung) sind eine Delikatesse bei heller Sonne und tiefen Temperaturen im Schnee, also aktuell und praktisch für die Zwischenverpflegung auf der Skipiste.

Bei Kälteeinbruch und bei beginnender Grippe kann Schwefel und Vit.B1 die Abwehr mobilisieren, dann wirken Walnüsse wärmend und können die Infektabwehr unterstützen. 
Bei Antriebsarmut können Walnüsse in geeigneter Form den Willen zur Aktivität fördern.

Bei Übersäuerung durch Süssigkeiten, bei Kupfermangel oder Sauerstoffmangel im Gewebe wirken Walnüsse oft allergen. 
Wenn zufälligerweise Baumnüsse bei einem solchen Ungleichgewicht, z.B. nach viel Sonne, bei latentem Eisenmangel, zu viel Schwefel, Phytinsäure und Leucin zugeführt werden, kann sich eine starke Abneigung oder eine Allergie entwickeln.

Wenn nach viel Sonne die Augen schon leicht gerötet sind, können Baumnüsse mit ihrem Vit.B1-Gehalt den Vit.B2-Mangel (Sauerstoffbedarf im Gewebe) drastisch verstärken und einen sogenannten „Heuschnupfen“ auslösen, besonders wenn sie ungeingeweicht zu stark geröstet wurden.

Eine Abneigung gegenüber Walnüssen könnte folgende Fragen aufwerfen:

  • Wie steht es mit der Kupfer-Schwefel-Balance?
  • Wie steht es mit der Sauerstoffversorgung im Gewebe?
  • Wie empfindlich ist die (Darm-)Schleimhaut gegenüber Phytinsäure?
  • Sind evtl. eingeweichte Nüsse verträglicher?
  • Wie steht es mit der Vit.B1–Vit.B2-Balance?
  • Wie wurden die Walnüsse zu stark erhitzt?

Eine ausgesprochene Lust nach Walnüssen könnte folgende Fragen aufwerfen:

  • War in einer vorherigen Mahlzeit viel Kupfer, Selen oder Molybdän? 
  • Besteht ein erhöhter Bedarf an Phosphor?

Eine Sprichwort aus dem Emmental könnte auf die Wirkung in Bezug auf die Fortfplanzungsorgane hinweisen: „Nach einem guten Nussjahr gibt es viele Buben.“

Hinweise zur Anwendung und Wirkung der Nüsse und Kerne finden Sie auf Seite 186 im Kochbuch "Essen Sie sich gesund mit Bedarfsorientierter Ernährung"

Newsletter