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Powidl mit Nüssen

Publiziert: 08.01.2014
Braucht es Zucker zum "Einmachen"? Wenn das "Haltbarmachen" ganz früher ohne zusätzlichen Kristallzucker klappte, sollte es mit den heutigen technischen Möglichkeiten, den Gläsern mit Gummi im Deckel, erst recht möglich sein.

Powidl mit Baumnüssen

Zucker in kristallisierter Form war früher eine Rarität und ist heute ein Problem.

Zu meiner Grossmutters Zeit war man schon der Meinung, dass auf 1 kg Früchte 1 kg Zucker nötig sei. Wenn das Haltbarmachen noch früher ohne zusätzlichen Kristallzucker klappte, sollte es mit den heutigen technischen Möglichkeiten, den Gläsern mit Gummi im Deckel, erst recht möglich sein.

Man konnte Früchte einigermassen haltbar machen, indem man die Flüssigkeit reduzierte. Da zum Heizen meist ein Feuer brannte und Kochplatten nicht so schnell wieder abkühlten, blieb der Topf einfach auf dem Herd stehen, eine lange Kochzeit war kein Problem.

Das langsame Erhitzen unter gelegentlichem Umrühren ist schonender als zu schnelles kochen, die Zellulose bleibt besser erhalten und die Flüssigkeit verdunstet sehr gut, wenn ab und zu umgerührt wird.

Je reifer die Früchte sind, desto mehr Fruchtzucker enthalten sie, desto süsser wird das Mus.
Später dem Gericht noch Zucker zugeben, wenn es jemandem nicht süss genug ist, geht einfacher, als diesen nachträglich zu entfernen.

Rezept Powidl

Eine Variation zum Rezept aus dem BoE-Kochbuch

2-3 kg sehr reife Zwetschgen entsteint in einen genügend grossen Topf geben

1 EL Salz, 1 EL Zucker und 1 dl Rotweinessig beigeben, gut umrühren, 8-12 Std. stehen lassen

1 TL Zimt oder Lebkuchengewürz und
1 KL Zitronengras Pulver ist fakultativ

1 Tasse Baumnusskerne einweichen, d.h. gut bedeckt mit kaltem Wasser ca. 8-12 Std. stehen lassen, das Wasser absieben, die Nüsse in den Topf geben, die Masse mit dem Mixstab zerkleinern, sehr langsam aufkochen und ca. 12 Std. auf kleinster Stufe ohne Deckel köcheln lassen, d.h. eigentlich die Flüssigkeit reduzieren. Ab und zu umrühren ist wichtig.

Powidl haltbar machen

Gläser mit Deckel entweder auskochen und den Powidl sehr heiss einfüllen oder den Powidl heiss in normal saubere Gläser einfüllen und sofort sterilisieren, damit ein gutes Vakuum entsteht.

Wer keinen Sterilisiertopf hat, stellt die Gläser im grossen Topf auf einen Abwaschlappen, damit sie nicht zerspringen, füllt heisses Wasser ein bis 2/3 Gläserhöhe und erhitzt langsam bis ca. 70°C, d.h. nicht kochen bis es kläppert.

Wenn der Powidl warm eingefüllt wurde reicht es, die Temperatur 10 Minuten zu halten, bei erkalteten Gläsern braucht es länger.
Den Topf zugedeckt stehen lassen bis die Gläser kalt sind und sich das Vakuum gebildet hat.

Gläser mit einem guten Vakuum sind lange haltbar und sind ein beliebtes Mitbringsel.

Die Wirkung der Zutaten

Zwetschgen und Pflaumen haben neben der Kalium- eine Vit.B2-Wirkung, sie wirken eher regenerierend und kühlen, was im Sommer ganz gut ist. Da Eingemachtes vor allem im Winter konsumiert wird, ist dann eine Ergänzung mit Anregendem sinnvoll.

Baumnüsse haben neben der Schwefel- eine Vit.B1-Wirkung. Sie wirken als Gegenspieler zu den Zwetschgen anregend. Nüsse sind ganz frisch vom Baum verträglich, gut gelagerte Nüsse sollte man einweichen. 

Der Essig verhindert das Ansiedeln von ungünstigen Bakterien während dem langsamen Garprozess und gibt eine gute Geschmacksnote.

Zimt wirkt wärmend, Zitronengras (wenn erhältlich) macht Früchte verträglicher.

Kombinationen

  • Powidl zu Butterbrot oder Toast als Bettmümpfeli
  • Powidl zu Dampfnudeln mittags mit Käse oder abends z.B. nach einer Gemüsesuppe mit weissen Bohne als Vorspeise
  • Powidl mit Mascarpone oder Sauerrahm als Zvieri, als Nachtisch oder vor dem Schlafen
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